Flugerlebnis Malta

14. - 27. Mai 2008:

Samedan - Elba - Reccio Calabria - Malta - Dubrovnik - Portoroz - Samedan

Ready for departure

Tag 1

oder wie 4 Worte 4 Wochen Flugvorbereitung vernichten

“The Airport is closed” sagte der Herr auf der anderen Seite der Telefonleitung von Roma Urbe. “Due to WIP”, wie es im Notam hiess. Für die die noch nicht Level 2 erreicht haben: Work In Progress. Nach 4 Wochen Flugplanung standen wir vor dem Nichts. 

Dann mal schnell den schon aufgegebenen Flugplan canceln, und dann??

Fiumicino? Nein! Da gibt’s keine Landeerlaubnis.

Firenze? Geht nicht, die wollen einen Vorausfax mit Bestätigung und pi pa po ausserdem wollten wir aus wettergründen am ersten Tag den Apennin überquert haben.

Pisa? Der schlimmere Ärger wie in Firenze, da braucht’s Bewilligung von Rom.

Ciampino? Haben die Fuel? Laut Bottlang nicht.

In Italien ist das eben alles nicht so einfach, wir brauchen Zoll, Avgas und keine Anflugbeschränkungen ... speziell nicht 1 Stunde vor Abflug!

Deshalb hatte ich ja schon zwei Wochen vorher angerufen um mich zu vergewissern, dass es in Roma Urbe auch tatsächlich Avgas der Sorte LL-100 gäbe.

Während ich in der Warteschlange in Ciampino am Telefon hing rief meine Partnerin: ELBA! Den Hörer eingeklemmt den Bottlang aufklappend sagte der, dass es dort kein Avgas der Sorte LL-100 gäbe. Aber warum nicht mal anrufen. Also raus aus der Ciampino- Warteschlange und rasch Marino di Campo anwählen. “Si, si certo abiamo Avgas”. “Ottimo in tre ore arriviamo”(in 3 Stunden kommen wir). “No, no, zuerst müssen wir einen Fax von Ihnen haben wegen dem Zoll”. “Aber wir kommen, Sie können den Zoll auf 14:00 h lokal, ordern”. “OK, Sir faciamo”. Gebombt!

Elba gehört fast zur Heimstrecke, also problemlos

Noch schnell den neuen Flugplan aufgeben, rasch Metar und Taf von Milano, Genova, Pisa und Roma durchsehen, die Notams checken, schnell die Webcams um Genova ansehen (der Apennin ist immer heikel). Alles im grünen Bereich, Flugrucksack packen, und ab auf den Flugplatz. Flieger beladen, Biseln, Zigarette, Flieger betanken, Flug- und Anflugkarten bereitlegen und ab die Post.

Der Apennin, wenigstens darf man endlich wieder auf sichere Höhen steigen

Genova mit dem Mittelmeer. Die Genovesen sind immer "gentile", sie erfüllen spezielle Wünsche wenn immer möglich

Anflug auf Guardiola,

der nördliche Einflugpunkt für Elba, .... über's Pässli,

Como

Po Ebene als VFR- Pilot wie immer auf langweiligen 2'000 ft AGL

Der Flug verlief ereignislos: Maloja, Chiavenna, Como SRN VOG. Nach Voghera wird’s interessanter wenn man wieder von den blöden 2'000 ft AGL in gemütlichere Höhen steigen darf. Genova Radar bewilligte anstandslos den gewünschten FL 80. Leider aber hielt sich das Wetter nicht ans TAF von Genova: Mit der gewünschten Flughöhe mussten wir über den Appenin noch zuwarten denn mächtige Gewitterwolken türmten sich über dem Bergen und ein “Briefkastenschlitz” liess uns die Berge passieren. Genova- approach war geduldig und mahnte uns lediglich, dass wir uns melden sollten wenn wir auf den gewünschten Level steigen könnten. Über dem Meer konnten wir dann auf FL 80 steigen, konnten den Motor sauber leanen und wir selber zurückleanen; der Autopilot tat seine Arbeit. 20 Minuten vor Ankunft verordneten wir dem Autopiloten eine Sinkrate von 400 ft, natürlich nicht bevor wir Genova um Erlaubnis gebeten haben. Die entliessen uns mit der Aufforderung uns bei Marino di Campo auf Elba zu melden.

Der Autopilot tat seine Arbeit gewissenhaft und beim nördlichen Einflugpunkt hatten wir die gewünschte Anflughöhe erreicht, erfuhren dort dann auch die Runway in use, tuckerten über das Pässlein, left- Base, Final und um 11:53 h UTC setzten wir die Räder in Elba auf.

Gerade richtig für den Zöllner (wir hatten ihn ja auf 14:00 h lokal bestellt). Der musste sich zwar noch etwas gedulden, vorher wollten wir den “goldenen” Saft (im wahrsten Sinn des Wortes) in den Tanks wissen. Danach gings aber schnell und formlos. Kurze Zeit später sassen wir nebenan in der Bar und genehmigten uns erst mal einen “goldenen” Saft in Form eines Weissen aus der Region und spülten damit die Aufregung vor dem Flug hinunter.

Elba ist eben immer schön und so genossen wir den Nachmittag und den abend im herzigen Städtchen Marina di Campo.

Schön im Schtrichli noo ... der einzige im Cockpit Arbeitende: der Autopilot!

Derweil geniessen wir die Aussicht